Be-Stimmungen zum Aufbau des Blogs

Dieser Blog enthält

1) Sachtexte: Hausarbeiten, Leserbriefe, Bemerkungen und andere wissenschatliche bzw. essayistische Texte und Rezensionen.

2) literarische Texte: Gedichte, Geschichten, sog. Kryptae (kurze prägnante Texte im Stil von "Die Schlange fragte...") und sog. Minuties (flash-fiction, Kürzestgeschichten, was in einigen Minuten gelesen werden kann).

3) sonstige Texte: Geburtagswünsche, Tagebuchähnliches, Be-Stimmungen etc.

4) Vorankündigungen meiner Veröffentlichungen

5) das Gedicht des Tages

Viel Vergnügen.


(c) LaScriba

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Freitag, Dezember 11, 2009

Blatt von Tüftler

Anmerkung zu: Tolkiens "Blatt von Tüftler" und "Über Märchen/Fairy Stories"

Tolkien hat - man sollte es kaum glauben - nicht nur das Opus Magnum Herr der Ringe geschrieben, nein - auch das hoch interessante und meiner Ansicht nach immer noch interessante Essy "Über Märchen" geschrieben, welches man jedem Tolkien Fan und zudem jedem Literaturwissenschaftler und Volkskundler nur ans Herz legen kann.
Allein seine treffende Bemerkung, dass Kinder eben nicht die weichgespülten, entschärften Versionen von Märchen hören wollen... Klasse!

Zudem hat er (und es wird in den meisten Buchfassungen als Ergänzung zum Essay angeboten) eine Kurzgeschichte geschrieben, die mich berührt hat: Blatt von Tüftler.
Man kann sie
- als meta-poetische Erzählung, auch
- als religös-spirituelle Geschichte oder

einfach so genießen!

Mittwoch, Dezember 09, 2009

Winterzeit

... muss es morgens so lange dunkel sein?
... muss es abends (ha! - abends) so früh dunkel werden?
... muss es tagsüber dauernd so trübe sein?

Be-Stimmungen (9. Dez)

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

Warnung:
Rilke kann Seelenschmerzen verursachen!!!

Bestimmungen zum Aufbau des Blogs

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1) Sachtexte: Hausarbeiten, Leserbriefe, Bemerkungen und andere wissenschatliche bzw. essayistische Texte.

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3) sonstige Texte: Geburtagswünsche, Tagebuchähnliches etc.

Viel Vergnügen.

Nachtrag - Geburtstage

Happy Birthday Nicolas!
mein 4. Neffe ist gestern 4 Jahre geworden,
herzlichen Glückwunsch, Nico!

Katzentraum


literarischer Text







wie oft hat er vorm Fenster gelauert

mit Augen die fliegenden Federwesen verfolgt

mit zuckendem Schwanz,

erregtem Zirpen

wovon Katzen träumen?

natürlich vom Fliegen –


wie oft hat er die Fliege am Gitter gejagt

gesprungen, durchs Zimmer

vom Boden zur Decke, von Sessel zu Schrank

als tiefschwarzer Blitz


wie selten hat er die Beute gefangen

wie oft ist sie ihm entwischt

wenn verlegen sie ihre Flügel spreizte

und ... flog


und so liegt er zusammengerollt

breit bereit auf dem Kissen

die Pfoten zucken, die Nase vibriert

in der Sonne er träumt


er schwebt weiß gefellt durch den Himmel

einen so bunten Himmel

weil sonst alles grau ist -

sein Fell auch schwarzbunt,

sonnengefärbt


er schwebt durch die Himmel

neben sich die gelb getigerte Kätzin

aus dem Garten des Nachbarn

die Kätzin die raus darf


vor ihnen flattert strahlend gelb ein Schmetterling

der gerade zur Landschaft wird


und so gleiten sie, schweben sie


gemeinsam
sie fliegen und träumen

wovon Katzen träumen



(der Traum des Falters ist eine andere Geschichte)



post scriptum:
Bild von Ursula M. Gliem 2008

Blau zu Schwarz (minutie)

literarischer Text
5-Minutie

"Blau zu Schwarz"

mit geschlossenen Augen
vor dem offenen Fenster stehen

- untergehende Sonne auf der Haut,
das Dämmerungszwitschern
der Vögel zu hören -

so versöhnt
kann man in die Dunkelheit gehen ...

World of Warcraft und die Theatralität von Computerspielen

Sachtext 3
Die Magisterarbeit "World of Warcraft - Virtuelle Welt als Bühne. Zur Theatralität und Narrativität von Computerspielen" kann hier demnächst auszugsweise als pdf-Datei gelesen werden.

Die Simpsons - Tafelgag als neue Gattung

Sachtext 2

Die Hausarbeit
"Spaß hat keine Größe. Die Tafelsprüche der Eingangssequenz von
Die Simpsons als neue Textsorte"
kann hier demnächst als pdf-Datei gelesen werden.

wieder zurück

Sachtext 1.
Leserbrief 2009:

HNA Leserbriefe vom 19.11.09 zum Artikel: „Sie haben keinem geschadet“.

Vorbemerkung:

In Kassel wird seit einigen Jahren der Fall einer christlich-fundamentalistischen Familie erörtert und zuletzt an Gerichten geklärt, die ihre Kinder nicht an einer staatlichen Schule unterrichten lässt sondern zu hause selbst unterrichtet.

Natürlich sind die Eltern Dudek offensichtlich gut geeignet, ihre Kinder zu unterrichten; sie haben dem Kindeswohl auch nicht direkt geschadet – okay. Aber – die Schulpflicht in Deutschland hat ihren Sinn, sie soll – unabhängig von der Güte der jeweiligen Schule und des Unterrichts – zu gewissen Mindeststandards an (vergleichbaren) Erfahrungen führen, soll einen gemeinsamen Nenner an Kriterien liefern etc.. Die von einigen anderen Lesern vertretene Ansicht, eine tolerante Gesellschaft solle eben auch solche „Individualisten“ aushalten und sogar fördern können, ist hier nicht das richtige Argument. Unsere tolerante, meist als viel zu individualistisch gescholtene Gesellschaft hat es ja geschafft, eine Reihe von Reform- und Ersatzschulen (Waldorfschulen, Gesamtschulsysteme, Jena-Planschulen etc.) anzubieten, so hätten Dudeks sehr wohl alternative Schulen für ihre Kinder finden können, sogar christlich fundierte.

Die christliche Begründung der Familie Dudek zeigt zudem deutlich, wieso Staat und Gesellschaft eben nicht auf die Durchsetzung der Schulpflicht verzichten dürfen: das nach eigenen Worten „biblische Wertesystem“ hat sich leider die letzten Jahrhunderte eben nicht als „hervorragend geeignet, junge Menschen zu erziehen“ erwiesen. Würden wir Eltern mit islamischen Werte- und Glaubenssystem auch Homeschooling erlauben?

Holt man den jetzigen Fall aus dem Schulbereich hinaus und zieht die Analogie etwa zu Fahrschule oder dem Studium der Medizin, wird es noch klarer: Fahrunterricht durch Papa? Operationen durch den selbst-ausgebildeten Chirurgen?

Die Gesellschaft kann – bei aller möglichen Eignung der Eltern – nicht zulassen, das privat unterrichtet und ausgebildet wird; die Diskussion beweist, wie gering immer noch die Arbeit von Lehrern, das Unterrichten von Kindern geschätzt wird ….
Jedes Elternteil kann so was natürlich von selbst.

Samstag, November 04, 2006

null bock auf blog?

und niemand hört mich. :-)
es ist schon okay... Viele große Geistern (in kleinen Körpern) werden zunächst überhört ...

bis bald
LaScriba

Donnerstag, Oktober 26, 2006

die Lust -2

neben an
(von dem Mann der allein lebt)

das schreiende Kind von nebenan
ich höre es nicht
doch, mit Gefühlsreizung und gleichzeitig
denken: es reizt mich
ich höre es nicht gern
abends besonders abends
das schreiende Kind von nebenan

ich höre es und kanns doch nie gut sehen
und -Schauder- Bilder gehen mir durch und durch
die Uhren ticken
abends besonders abends
das schreiende Kind von nebenan

ich fühle es undFeude Freude spenden
verwehrt
wo sind meine ungeborenen
Träume sind Alpträume
Genesis als Flucht
das schreiende Kind
von
neben an

ich höre es nicht

die Last - 1

neben an
(von der Frau die allein lebt)

das schreiende Kind von nebenan
anich höre es nicht gern
Mitgefühlsreizung und gleichzeitig

denken: das reizt mich
ich höre es nicht gern
abends besonders abends
das schreiende Kind von nebenan

ich höre es und habs doch nie gesehen
und Horrorbilder gehen mir durch und durch
die Uhren ticken
abends besonders abends
das schreiende Kind von nebenan

ich fühle es und Trost spenden
verwehrt
wo sind meine Ungeborenen
Träume und Alpträume
Genetik als Fluch
das schreiende Kind
von
neben an

ich höre es nicht

Minuties again (the flash-fiction version)

literarischer Text

Arbeit macht frei.
Ich bin arbeitslos.






Brautkleid zu verkaufen.
Nur zweimal getragen.

Montag, Oktober 09, 2006

Stumpf

Letzten Mittwoch hab ich sie gesehen. Luisa. Ich meine, ich sehe sie öfters, klar, im Büro, im Gang, beim Essen in der Kantine oder im Fahrstuhl. Man nickt sich zu, wünscht vielleicht auch mal ein schönes Wochenende, mehr nicht. Ihr Büro liegt in einem anderen Flur, etwas abseits von meinem. Jedenfalls habe ich Luisa noch nie richtig gesehen, verstehen Sie was ich meine? Das wurde mir da klar. Es war fünf Uhr Nachmittag, kurz vor Feierabend und ich hatte es naturgegebenermaßen eilig. Der Kopierer in unserem Flur war defekt und ich hatte den im anderen Flur nehmen müssen. Es dauerte länger, denn ich hatte die Sortierfunktion vergessen und durfte ein paar hundert Kopien von Hand ordnen. Während ich heftete, tackerte und wartete, blickte ich die Wand entlang. Die Tür ihres Büros war halb geöffnet, durch den Spalt sah ich Luisa mit dem Rücken zu mir im Halbdunkeln an ihrem Schreibtisch stehen. Ich wollte auf die Uhr hinter ihr schauen, aber etwas irritierte mich. Luisas Haltung war merkwürdig, verkrampft und ihre rechte Hand bewegte sich hektisch. Ich konnte nicht sofort erkennen, was sie da machte. Ein elektrisches, sirrendes Geräusch war zu hören und kleinere Fetzen fielen auf ihren Schreibtisch. Luisa spitze ihren Bleistift mit einem dieser neumodischen elektrischen Anspitzer. Mir fiel ein, dass sie als eine der wenigen im Büro mit Namen bedruckte Stifte benutzte, worüber sich die anderen lustig gemacht hatten. Luisa drückte den Stift gegen den Spitzer, es sirrte und knisterte. Ich mag diese Spitzer nicht, es sieht immer aus, als ob sie die Stifte auffressen würden, mir sind die zum Kurbeln lieber. Ich bemerkte, dass zu viele Holzspäne und grüne Lacksplitter auf den Tisch fielen. Überhaupt lagen massenhaft von diesen halb gerollten Holzfetzen auf ihrem sonst penibel aufgeräumten Schreibtisch verstreut. Ganze Haufen davon. Sie musste zig Stifte gespitzt, bis zum letzten Rest gespitzt haben. Ich hatte die Vision davon, wie sie seit Stunden den Anspitzer mit einem Stift nach dem anderen fütterte und … Ich bewegte mich etwas zur Seite, um besser sehen zu können und einer der Stapel Kopien rutschte mir weg. Ich griff danach und das Geräusch veränderte sich. Ich blickte hoch, die Maschine surrte jetzt mit beinah schmatzenden Lauten. Keine Späne fielen und dennoch drückte Luisa weiter gegen den Spitzer. Rotes floss das Metall herunter, tropfte auf ihren Schreibtisch. Ich ließ die Kopien fallen und sie hörte das Rascheln. Ihr Kopf schnellte herum und sie sah mich an. Luisa sah mich an. Wie im Reflex hob ich die Hand, wollte ihr mechanisch zunicken und spürte ein krampfhaftes Grinsen auf meinem Gesicht, Luisa drehte ihren Oberkörper mir zu und öffnete leicht ihre Lippen. Mein zitterndes Lächeln erstarb. Ich konnte sehen, dass sie noch immer ihre Finger in die Maschine drückte und ihre Augen … Luisa lächelte mich an und machte eine Bewegung auf die Tür zu. Panisch tat ich einen Schritt zurück, stolperte über den Stecker des Kopierers und ihre Tür schlug zu. Schwindlig und schwer atmend lehnte ich an der kühlen, rauen Wand neben dem Kopierer, der weiter Kopien ausspuckte. Schwankend bückte ich mich und sammelte sie ein, kreuz und quer, wie sie lagen. Ich konnte nicht klar denken, mir war neblig zumute. Ich musste mich geirrt haben, nicht richtig gesehen haben im Halbdunkel des Büros. Mit einem fahrigen Blick zur Tür, ihrer Tür, (sie bebte, meine Augen bebten, ich fühlte die Adern pochen), raffte ich schnell die Vorlagen aus dem Kopierer zusammen und hastete davon.
Ab und zu sehe ich Luisa noch im Büro, im Gang, in der Kantine beim Essen, im Fahrstuhl. Aber nie allein, ich bin nie allein. Ich werde kündigen, wenn sie mich noch einmal ansieht.

Sonntag, August 13, 2006

As Sisi - der Traum

ich schließe die Augen
im Dunklen fühle ich
Gaia Rousseau
im Grünen falte ich
das Tuch –Natürlichkeit
Rabe ich rufe dich
Weide ich bin hier

die sanften, honigtrunknen
Bienen hegen ihre
Läuse, schlaft-
Traumsummen webt den Sand
der Städte erobert

fernen Hügel,
der die Zedern trägt
Duft nach wildem Klee
tränkt die Weiten
dünne Wölfe holen den Mond,
gelb und saftig
sättigt er die Nacht

Rabe steigt und sehnt
sich mehr
Blüten schweben
Staub wird Seele
sucht die Sonne zu berühren
der Name
Welt ist Wald
der Name
Welt ist Wild


Rabe ich rufe dich
Weide ich bin hier

Freitag, August 04, 2006

Entwurf/ Beginn von "Nesaya"

Vorgeschichte
100 Jahre lang wütet dieser Krieg schon und bis jetzt war kein Ende in Sicht. Es ging um das Überleben der Menschheit. Zur Abwechslung hatten mal nicht die Menschen ihn begonnen. Nein. Und wenn die Menschheit diesen Krieg verliert, werden wir alle ausgerottet werden. Die Feinde? Die Shaykriin. Die Rasse, gegen die die Menschen kämpfen. Sie sind nicht natürlich durch Evolution entstanden, sondern ein Mächtiger hat sie erschaffen. Sie gelten als erbarmungslos und hart wie Stahl. Ihre Technologie ist der der Menschheit weit überlegen.
Während die Menschheit die gesamte, gewaltige Flotte für den letzten Schlag sammelt, befinden sich drei auserwählte Personen auf einem weit entfernten Planeten auf einer wichtigen Mission, die über das Überleben der Menschheit entscheiden wird. Nur, sie wissen es nicht.


Es war frühmorgens. Zwei Sonnen gingen grade auf und die dritte war dabei unterzugehen. Ihre letzten Strahlen glitten über das öde und trockene Land von Nessaya...


(meines Neffen Werk, to be continued)

Das Ei

Als ihre Familie aus der Wohnung und von ihr weg gehetzt war-mit einem hingehauchten Kuß da undeinem hastigen "Tschau Schatz" dort, (Wie eilig sie es doch immer hatten, von ihr weg zu kommen)machte sie den üblichen Abwasch und kümmerte sich schon mal um die Vorbereitungen für das Mittagessen.Dann nahm sie sich mit viel schlechtem Gewissen ein paar MinutenZeit für ihr eigenes Frühstück. Sie konzentrierte sich auf ihr Frühstücksei.Sie nahm kein Messer dafür wie der Rest ihrer Familie.Sie fand das grob und barbarisch. (ob die überhaupt wußten, wie sehr sie dies bei ihnen verabscheute?). Sie löste sorgfältig und sanft die zarten weißen Eischalenstückchen ab und andächtig grub sich ihr Löffel in die weiche nachgiebige Oberfläche
(wie sie das liebte!). Als sie entdeckte, daß das Eigelb innen sutschig war, beschloß sie, sich endlich umzubringen.Vorsichtig legte sie Ei und Löffel auf ihren Teller und räumtedieses in die Spüle. Dann legte sie ein neues Tischtuch aufund ging zum Balkon des 10 stöckigen Hauses.
Bevor sie aufschlug, dachte sie daran,daß sie als Kind sutschige Eier gemocht hatte...

Nachtrag: 03. August 2006 - Geburt 3

am 3. hatte mein großer Bruder Geburstag, das letzte mal eine "3" im Zehner :-). Zumindest im zweistelligen Bereich...
HB

Nachtrag: 01. August 2006 - Geburt 2

am 1. August wurde mein Vater geboren.
er starb im August 1985...