Be-Stimmungen zum Aufbau des Blogs

Dieser Blog enthält

1) Sachtexte: Hausarbeiten, Leserbriefe, Bemerkungen und andere wissenschatliche bzw. essayistische Texte und Rezensionen.

2) literarische Texte: Gedichte, Geschichten, sog. Kryptae (kurze prägnante Texte im Stil von "Die Schlange fragte...") und sog. Minuties (flash-fiction, Kürzestgeschichten, was in einigen Minuten gelesen werden kann).

3) sonstige Texte: Geburtagswünsche, Tagebuchähnliches, Be-Stimmungen etc.

4) Vorankündigungen meiner Veröffentlichungen

5) das Gedicht des Tages

Viel Vergnügen.


(c) LaScriba

Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fantasy werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, März 27, 2013

doch werden sie nicht weniger gerühmt sein.... ?

interessanter, überraschender Textausschnitt aus einem Klassiker


kleines Rätsel: 
wer errät die Quelle des folgenden Ausschnitts aus einem Buch?

"(...) lasst mich in Eurem Gefolge mitreiten. Denn ich bin es leid, mich in den Bergen zu verstecken, Gefahr und Kampf will ich ins Auge sehen! (...)
Soll ich immer zurückgelassen werden, wenn die Reiter aufbrechen, und mich um das Haus kümmern, während sie Ruhm finden, und für Nahrung und Betten sorgen, wenn sie zurückkehren?"

"Bald mag eine Zeit kommen", sagte er, "da keiner zurückkehrt, dann wird Heldenmut ohne Ruhm nötig sein, denn niemand wird sich der Taten erinnern, die bei der letzten Verteidigung Euer Heimstätten vollbracht werden. Doch werden diese Taten nicht weniger heldenhaft sein, nur weil sie nicht gerühmt werden."
Und sie antwortete: "Alle Eure Worte sollen lediglich besagen: du bis eine Frau und dein Teil ist das Haus. Aber wenn die Männer in Kampf und Ehre gefallen sind, dann darfst du ruhig im Haus verbrannt werden, denn die Männer brauchen es nicht mehr." (...)

"Mein Freund", sagte er, "Ihr hattet Pferde und Waffentaten und die freien Felder; aber sie, mit dem Körper eines Mädchens geboren, besaß Geist und Mut, die zumindest den Euren ebenbürtig waren. Dennoch war sie dazu verurteilt, einem alten Mann aufzuwarten, den sie wie einen Vater liebte, und zusehen, wie er einem erbärmlichen, würdelosen Altersschwachsinn verfiel; und ihre Rolle erschien ihr schmählicher (...). Wer weiß, was sie in der Dunkelheit aussprach, allein, in den bitteren, stillen Stunden der Nacht, wenn ihr ganzes Leben zusammenschrumpfen schien und sich die Wände ihres Käfigs um sie schlossen wie um ein wildes Tier?"



welches Buch?
wer spricht mit wem?
wer weiß es?


:-).... bei Facebook gefragt am 27.März 2013

Mittwoch, Dezember 12, 2012

zu: Zombies für Zombies von David Murphy

Anmerkungen zu:"Zombies für Zombies. Ein Ratgeber für Untote   

von David Murphy


Nun wurden Sie also von einem Zombie gebissen – schöner Mist!
Das Wichtigste zuerst: Verfallen Sie nicht in Panik. Klar, Ihr Leben wird sich grundlegend ändern. Aber die Zeiten, in denen ein Zombiebiss das sichere Ende bedeutete, sind vorbei. Die Forschung hat immense Fortschritte gemacht. In diesem Buch erfahren Sie alles über das passende Outfit für Ihr neues Dasein, Ihr persönliches Fitnesstraining und die schmackhaftesten Gehirnkochrezepte. Lernen Sie Schlagfertigkeit, angemessenes Benehmen und den Umgang mit nervtötenden Vorurteilen. Erproben Sie Tanzschritte für motorisch Eingeschränkte und die besten Flirtmethoden. Schließlich wollen Sie das Beste draus machen. Glauben Sie mir: Zusammen kriegen wir das hin!    (aus: Inhaltsangabe Amazon)



Bei Zombies für Zombies handelt es sich um ein mittelmäßig (und das ist durchaus positiv gemeint) witziges Buch - wobei eben der Stil eines Ratgebers und einer Werbebroschüre imitiert wird.

Zudem - und das macht es schwieriger zu verstehen bzw. zu würdigen - zudem schimmert durch viele kleine Einzelheiten durch, wie es "tatsächlich" in der Welt nach dem Provo-Virus zugeht:
eine postapokalyptische Welt voller wilder Zonen, mit Resten von geschützten Bereichen und den Shores - nur schlecht kaschierte Konzentrationslager für Postvitale, in denen sie Zwangsarbeit leisten müssen (kaschiert als super interessante Arbeitsgelegenheit), kein Wahlrecht und generell keine Bürgerrechte mehr haben (außer dem - zu konsumieren und Marken auszugeben), keinen Grundbesitzt mehr haben dürfen, kein Auto und selbstverständlich nicht mehr fahren dürfen!

Auch können sie als besondere "Vergünstigung" an mediznischen Experimenten teilnehmen, in höchst gefährlichen Bergwerken auf dem Mond, in lebensgefährlichen Lagern im Dschungel oder in unterseeischen Abbaustätten arbeiten.

Angedeutet wird auch, dass die Regierung auf Druck der Konzerne kein Gegenmittel mehr sucht oder die ebenfalls angedeutete neu entstehnde Intelligenz der Horde untersucht, damit die Wirtschaft, die Mode etc. weiterhin gut verdienen kann an den Zombies und ihren Familien.

Der trockene, wie selbstverständlich gehaltene Ton etwa der Beschreibung vom Ausnutzen der Zombies auch für Partyspäßen, das Hinnehmen von sehr sehr indirekt angedeuteten sexuellen und medizinischen Missbrauch an den Zombies in den Shores (was sind denn nun die "Verfügungs- und Beißtage"?) schafft dabei ein unterschwelliges Bedrohungsszenario.

Die im letzten Teil des Buches strikt abgestrittenen Probleme wie Aufstände in den Shores, Ausbrüchen der Horde im ganzen Land, das Abbrechen der Kommunikation mit vielen Shores und einer neu entstandenen Mutation des Provo-Virus, der jetzt auch die bereits Infizierten neu ansteckt etc. lassen dabei den Leser endgültig einen Blick auf die echte Welt in "Zombies für Zombies" werfen.

Man kann dieses Buch darüber hinaus als eine Parodie auf die Segnungen und Methoden der Wirtschaft verstehen, die Mittel, wie Quali-Ko etwa seine Medikamente und Fresspakete, seine Drogen und spezielle Kleidung etc. an den Mann bringt - und dabei brutal Konkurrenten ausschaltet und den Konsumenten dabei jeder Wahl beraubt und überwältigend jeden Widerstand auslöscht, ist schon ziemlich geistreich und witzig. Und ... beklemmend.

Abschließend möchte ich auf den Titel meiner Rezension zurück kommen:
man kann auch zu subtil sein!
der Autor hätte sehr wohl etwas (!) mehr Details über die wahre Welt da draußen einstreuen können, hätte ruhig manchnmal weniger subtil sein dürfen.
Dennoch: ganz nettes, witziges Buch! 


Man kann auch zu subtil sein!!!!!!!!!!

zu: Rachel-Morgan-Fantasy-Serie von Kim Harrison

Anmerkungen zu: Blutspur u.a. 

(Rachel-Morgan-Serie) von Kim Harrison


»Blutspur« ist der Auftakt zu Kim Harrisons atemberaubender Mystery-Kultserie um Rachel Morgan mit derzeit 10 Bänden.

Das Nachtleben von Cincinatti ist aufregend, abwechslungsreich – und tödlich: Vampire, Hexen und andere Untote machen die Straßen unsicher. Und es ist der Job der Kopfgeldjägerin Rachel Morgan, diese finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen. Doch Rachel hat selbst eine düstere Vergangenheit...

Ein Vampirroman der neuen Generation: voller Action, Erotik und knisternder Spannung. Mit „Blutspur“ – in den USA ein Kult-Bestseller und Auftakt zu einer Serie – hat Kim Harrison das Genre einem begeisterten Millionenpublikum geöffnet.

Nach einer weltumspannenden Seuche hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert: Die magischen Wesen sind aus dem Schatten getreten. Vampire, Kobolde und andere Untote machen die Straßen unsicher. (aus: Inhaltsangabe Band Eins, Amazon)


Dies ist die Geschichte der Hexe und Kopfgeldjägerin Rachel Morgan, deren Job es ist, diese finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen. Eines Tages hat Rachel jedoch genug von ihrem wenig aussichtsreichen Job in der magischen Sicherheitsbehörde von Cincinnati und kündigt. Gemeinsam mit der abgeklärten Vampirin Ivy, auf deren Enthaltsamkeitsgelübde man sich nicht verlassen sollte, und Jenks, einem vorlauten Pixie, gründet sie eine eigene Agentur.

Doch als Rachels ehemaliger Chef ihr ein Tötungskommando auf den Hals hetzt, sieht sie nur einen Weg, um ihre Haut zu retten: Sie muss Trent Kalamack, den gefährlichsten Gangster der Stadt, als Rauschgiftschmuggler überführen. Der aber hat seine eigenen Pläne …




Blutnacht (Band 6)
Kim Harrison schreibt "eigentlich" konventionelle Krimis mit urban Fantansy-Aspekten :-), könnte man sagen.
Man könnte auch sagen, der klassische Ich-Erzähler-Detektiv mit anti-Held-Seiten benutzt die Klischees des Genres und weitet sie dann genüsslich aus, auch indem das Ganze in eine Alternativ-Welt-Fantasy-Welt transportiert wird. Stimmt auch alles.


Dass sich die amerikanische Autorin zudem traut, die Heldin mit homosexuellen, bisexuellen Thematik auszustatten, ist wirklich bemerkenswert.

Gerade Amerika ist in solchen Dingen recht prüde - oder rutscht gleich in meist niveaulose Untiefen ab...  (wo wir doch in Deutschland da ach so tolerant sind!!!!!)
Schön, dass hier jemand niveauvolle und anspruchsvolle genre-like Literatur schreibt und diese Thematik als ganz "normal" und sich in den Plot einfügend verwenden kann.

Klasse.

Blutkind (Band 7)
wieder ein klasse buch aus der Reihe....
unabhängig vom Inhalt (das wird so gern vergessen :-)) schafft es die Autorin durch ihre Schreibweise, eine wirklich tiefgründige und vielschichtige Welt zu erschaffen und das gerade auch bei den Charakteren. Die Art der Probleme der Hauptperson wird so nah (=Ich-Perspektive) und realistisch (!) beschrieben, dass man als Leser wirklich das Gefühl hat, die Personen zu kennen, zu "sehen"... zu lieben, wenn ich das mal so sagen darf.

Im Grunde kann man Rachels Probleme so zusammenfassen:
1) sie hat echte Schwierigkeiten und riesen Angst, die Kontrolle zu verlieren und 2) sich zu binden. also ganz normale Probleme vieler Frauen :-)

daher handelt es sich bei der Reihe sogar tatsächlich um einen Entwicklungsroman im Großen...

eine kleine Anmerkung:
Das Auftauchen von PIERCE in diesem Band ist für viele Leser verwirrend und abrupt... wenn man die entsprechende Kurzgeschichte hierzu nicht kennt (Holidays are Hell. Two Ghosts for Sister Rachel).

Da hätte der Verlag vielleicht wirklich diese Story als Bonusmaterial beifügen können..

Aber im Großen und Ganzen:
eine wirklich lesbare und faszinierende Reihe!

Bluteid (Band 8)
meine Vorredner haben schon fast alles gesagt zu dieser wirklich empfehlenswerten Reihe (wo haben sich die Bücher nur vorher vor mir versteckt? - aber auch gut, so konnte ich sieben Teile auf einmal lesen :-9).
zu Pierce - kurz, ich mag ihn auch nicht so... :), aber zum Teil liegt das eben wirklich daran, dass wir Hauptreihen-Leser ihn vorher sogar nicht kennen oder auch nur von ihm gehört hatten.

Der Verlag hätte wirklich die zugehörige Kurzgeschichte als Bonusmaterial beifügen können (hat er ja bei den vorherigen Bänden auch gemacht, und ich hätte auf die naja ... nette Story um Mia und ihren Tom gut verzichte können):

"Holidays are Hell"
Two Ghosts for Sister Rachel (Hollows Vorgeschichte über Rachel).

Blutdämon (Band 9)
wieder einmal ist ein Rachel-Morgan-Buch viel zu schnell zu Ende... und dabei habe ich mich doch gezwungen, jeden Tag nur 150 Seiten zu lesen :-).
Es ist mit eines der besseren Bücher der Reihe... höchstens die Handlung um Trents Quest kommt bissl zu kurz, aber okay. Die Entwicklung der Charaktere - längst nicht nur Rachels - ist ja eine der großen Stärken dieser Reihe (und der Autorin!), auch das wird hier konsequent weitergeführt.
Aber ... ein gaaaanz kleines Manko:
Ivys recht abrupte Erkenntnis (((Achtung Spoiler)), sich jetzt sicher zu sein, dass sie nicht mit Rachel zusammen kommen (kann, braucht), kommt doch recht schnell und ein wenig überraschend und nicht ausreichend im Buch geschildert...

Von der Autorin habe ich da mehr erwartet (ganz zu schweigen davon, dass ich Rachel und Ivy endlich ihr Zusammenkommen gönnen würde) ... grad weil Kim Harrison so gut schreiben kann.

Allerdings... es kam in dieser Reihe schon öfters vor, dass die Figuren von irgendetwas felsenfest überzeugt sind - nur um dann im nächsten Buch des Besseren belehrt zu werden :-).

Die Entwicklung zwischen Trent und Rachel... fein fein! (auch wenn ich immer noch überzeugt bin, dass sich auf lange Sicht nichts amouröses entwickeln wird ... eher was ... verwandschaftliches).

Kurz und gut: Blutdämon ist ein wirklich lesenswertes und wie immer auch witziges Buch!

... und endlich passt der deutsche Titel mal gut!
:-)
wunderbar mit kleinen Enttäuschungen:
... aber... :-).
Nein, auch "Blutdämon" ist wieder ein klasse/klassischer Rachel-Morgan-Roman. Und der Roadtrip, die gemeinsame, teils gezwungene Reise mit allen unseren Lieblingen ist allein schon den Kauf des Buches wert.
Ein Wehmutstropfen für alle "Wann kommen denn endlich Rachel und Ivy zusammen?"-Fans - das kann man zumindest nach diesem Buch erstmal vergessen.

Allerdings: da die Geschichte ja auch der Sicht von Rachel erzählt wird - und sie sich schon ein paar Mal geirrt hat- muss das ja nicht so bleiben.

Jedenfalls: ein spannendes, temporeiches Buch mit einem sehr interessanten neuen (Bösen-)Charakter und neuen Facetten etwa an Trent zu entdecken..


Hoffen wir auf mehr! Bald! Schnell...




zu: Steife Priese von Terry Pratchett

Anmerkungen zu: "Steife Prise" von Terry Pratchett

Die Welt ist eine Scheibe. Schneiden Sie sich eine neue davon ab.

Das Leben ist grausam zu Samuel Mumm, Kommandeur der Stadtwache von Ankh-Morpork: Seine liebende Ehefrau Lady Sybil hat sich mit Lord Vetinari verbündet und Sam zu zwei Wochen Landurlaub auf dem hochherrschaftlichen Familiensitz verdonnert. Für den überzeugten Stadtbewohner, der zudem jede Form von Untätigkeit hasst, die Hölle auf Erden. Doch zum Glück bewahrheitet sich bald die Regel: wo ein Cop, da auch ein Verbrechen. Schnell steckt Samuel Mumm auf dem angeblich so idyllischen Lande bis zum Hals in der Aufklärung gleich mehrerer Missetaten von Drogenschmuggel bis Sklavenhandel. Wilde Fluss-Verfolgungsjagden inklusive …(aus. Inhaltsangabe Amazon)


"Steife Prise" - okay, das angebliche Hardcover ist unpassend und die Qualität des Papiers und der Bindung ziemlich mau.
Und dennoch hat der Verlag damit natürlich Erfolg, weil jeder zu Recht den neuen Pratchett haben will (wer weiß wie lange wir Leser noch darauf hoffen dürfen? wie schnell kann - angesichts Pratchetts Krankheit - jeder Band der letzte sein....).

Okay zum Inhalt.
Plot prima. Mumm auf dem Lande (das hochherrschaftliche Gut der Käsedicks, klasse - davon hätten wir gern mehr gesehen). Mumm von der "Ruhe" genervt und davon, für einen feinen Pinkel gehalten zu werden.
natürlich findet er seine Urlaubsbeschäftigung - bzw. das Verbrechen findet ihn. Soweit so klassisch.

Schreibweise - erkennbar Pratchett, selbst durch die Übersetzung hindurch. Okay okay, über die Übersetzung wurde schon genug gemault, - sogar Andreas Brandhorst wurde immer kritisiert - (man vergleiche mal die AB-Version von "Total verhext" mit der neueren... da gibt es auf jeder Seite gravierende Unterschiede! ... da fragt man sich wirklich, ob man nicht alles auf englisch lesen sollte wenn man es denn kann).
Ich wette, die Töchter des Blinden IO (in Steife Prise) haben auf (Brandhorst-)Deutsch weitaus sprechendere und witzigere Namen.... :.) und wer ist auf die blöde Idee gekommen, den Schneevater "Swinvater" zu nennen (egal wie es im Original heisst :-))) ???

Dennoch - trotz meiner vier Sterne bei Amazon - gibt es leider einige Kritikpunkte.
1) das Buch ist ein bissl zu engagiert... klar, Pratchett hat sich immer schon für die unterdrückten verfehmten Kreaturen eingesetzt, aber hätte es nicht gereicht, zu zeigen, dass die Goblins Kultur und Tränen haben? Brauchte es da noch die ätherische himmlische Musik? (haben nur Wesen mit großer BESONDERHEIT ein Recht auf "Rechtigkeit"?).
aber okay.
Allerdings hätte der "alte" Pratchett nicht im Vorspann schon dem Leser deutlich klar gemacht, dass die Goblins nicht so eklige Abfallwesen sind.... normalerweise hat er den Leser das Gleiche wie Mumm herausfinden lassen
2) angesichts der für uns Leser neuen Rasse der Goblins fehlten mir rein plotmäßig schon einige mehr Szenen mit den Goblins - vorallem aber die passende Spiegelszene zur ersten Höhlenszene, wo Mumm mit den Goblins wegen der Toten spricht etc.
Auch die Er-Lösungsszene mit Fred Colon hätte ruhig direkt gezeigt werden können und nicht nur kurz nebenbei berichtet.
3) die große Thematisierung der Rufenden Dunkelheit kam mir auch ein wenig übertrieben vor, das mag aber Geschmackssache sein.
4) die meisten Figuren werden leider nur gestreift, sind häufig nur "zitiert" - sind relativ blass (Karotte, Vetinari etc.). Man hat das Gefühl, der Autor wollte sie erwähnen und der Leser kennt sie ja ausreichend, hm?
5) klasse ist dagegen die Schilderung des Innenlebens von Mumm - tiefer Charakter eben. Typisch Pratchett.
Auch wenn er - negativ gesehen - schon dauernd alles weiß und durchschaut und - positiv gesehen - eben durch seine vielen Erfahrungen abgeklärt und ... weiser ist.
6) eine Kleinigkeit: Janes Buch - Stolz und extremes Vorurteil; okay netter titel. Aber nach Mumms inhaltlichen Vorschlag hätte ich eher sowas wie "Das Schweigen der Hühner" erwartet :-). und ...

Wie weit viele dieser Punkte auf Pratchetts Krankheit zurück zuführen sind, mag ich nicht zu beurteilen. Möglicherweise wären diese mir auch gar nicht so aufgefallen, wüsste ich nicht davon.

Und dennoch: ein gutes Buch. Pratchett schreibt eben - selbst wenn er nicht ganz auf der Höhe zu sein scheint - um Klassen besser als die meisten anderen.

Allein die Überlegung Anguas zum Schmelztigel - der Schmelztigel schmelzt nur in eine Richtung (zu Trollmenschen, Zwergenmenschen, Goblinmenschen etc.) - ist Spitzenklasse!




zu: "Drachengold" von Naomi Novic (Feuerreiter Seiner Majestät)

Anmerkungen zu: Drachengold von Naomi Novic

Eine faszinierende neue „All-Age“-Fantasy-Saga voll dramatischer Drachenkämpfe, Magie und großer Gefühle!

Als die HMS Reliant eine französische Fregatte aufbringt, kann Captain Will Laurence noch nicht ahnen, wie sehr sich sein Leben bald schon ändern wird. Denn die Fregatte hat eine höchst kostbare Fracht an Bord: ein noch nicht voll ausgebrütetes Drachenei, dem schon bald eine jener sagenhaft mächtigen Flugkreaturen entschlüpfen wird. Will Laurence weiß um seine Pflicht: Er muss dem Drachen einen Namen geben und so der lebenslange menschliche Begleiter dieses Geschöpfes werden. Auch wenn das bedeutet, dass er die Planken seines geliebten Schiffes für immer verlassen und sich in die Lüfte erheben muss – als ein Feuerreiter Seiner Majestät …


Drachen zur Zeit der Napoleonischen Kriege? Ein durchaus ungewöhnlicher Ausgangspunkt für einen Fantasy-Roman. Doch der amerikanischen Autorin Naomi Novik gelingt es in ihrem Erstlingswerk Drachenbrut, den historischen Hintergrund glaubhaft mit einer fesselnden Geschichte zu verknüpfen, in der die beliebtesten Fabelwesen der Fantasy die Hauptrolle spielen.
Der englische Marinekapitän Will Laurence beschlagnahmt eine französische Fregatte auf See. Zu seiner Überraschung birgt das Schiff eine ungewöhnliche Ladung: ein Drachenei, das noch dazu kurz vor dem Schlüpfen steht. Laurence schafft es nicht mehr, seinen Fund rechtzeitig zum Festland zurückzubringen, und der Drache kommt auf dem Schiff zur Welt. Die besondere Natur der Drachen verlangt es, dass sie sich auf Lebenszeit an einen Menschen binden, und die Wahl des Drachenjungen, das auf den Namen Temeraire getauft wird, fällt auf Laurence.
Der Kapitän ist darüber zunächst wenig begeistert, denn Drachen sind überaus seltene und wertvolle Geschöpfe, die in der britischen Luftfahrt, den Feuerreitern seiner Majestät, zu Kriegszwecken zum Einsatz kommen. Die Bindung des Drachens an Laurence bedeutet, dass er seine Karriere in der Marine aufgeben und sich den Drachenreitern anschließen muss -- ein eher sonderbarer Haufen, der in der Gesellschaft Großbritanniens kein allzu großes Ansehen genießt. Doch Laurence fügt sich in sein Schicksal, und schon bald entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen dem Kapitän und dem sprechenden Drachen Temeraire.



Captain Will Laurence und sein Himmelsdrache Temeraire wurden wegen Verrats nach Australien verbannt. Doch nun bietet ihnen das Britische Empire die völlige Wiederherstellung ihres Rufs, wenn sie sofort nach Brasilien aufbrechen, um die portugiesische Königsfamilie vor Napoleons Verbündeten zu retten. Laurence ist zwar skeptisch, doch welche Wahl hat er schon? Die Reise nach Rio birgt allerdings unerwartete Gefahren. Nicht nur werden Temeraire und sein Reiter dort bereits von einem alten Feind erwartet. Sie geraten außerdem ins Visier des so mächtigen wie grausamen Inkareichs, das nach der Macht über ganz Südamerika strebt. (aus: Inhaltsangabe Amazon)

Die Autorin präsentiert uns mit jedem neuem Buch über die "Feuerreiter Seiner Majestät" (blöde Übersetzung übrigens, im Original heisst es His Majesties Dragons) einen weiteren Teil ihrer Welt - einer Welt, die unserer am Anfang des 19. Jahrhunderts so ähnlich ist: Europa und die Welt in der Zeit der (aus deutscher Sicht so genannten) Befreiungskriege, Napoleon gegen England etc..
Zunächst ähnlich, denn abgesehen von den total un-fantasy-mäßigen Drachen (die einfach "da" sind und wie etwa Pferde oder Gorillas einfach als normaler Teil der Fauna Voraussetzung sind) ist die Situation zuerst fast so, wie wir es aus den Geschichtsbüchern kennen.
Aber mit jedem Buch der Reihe, das uns eine andere Kultur, ein anderes Land, einen anderen Kontinent mit seinen Völkern, Staaten und vorallem Drachen vorstellt, entfernt sich der Lauf dieser Geschichte von "der" Geschichte.
(Dass es auch so schon größere Abweichung gibt, erfährt man erst nach und nach, sodass etwa die Inkas von Pizarro nicht zerstört wurden, dass ein großes afrikanisches Königreich entsteht und Lateinamerika angreift etc..).



Übrigens eine Genre-Frage:
Die Drachenreiter sind - natürlich - historische Romane, spielen sie doch während der Napoleonischen Kriege (die, die in Deutschland auch Befreiungskriege heißen). Da sie nicht alles historisch "real" zeigen (und zwar ganz unabhängig von den Drachen), handelt es sich zudem noch um Alternativ-Historische Romane.
Darüberhinaus allerdings sind die Drachenreiter entgegen der Werbung und Erwartung keine Fantasy (!). Jaja, Drachen kommen vor - müssen es dann nicht Fantasy-Produkte sein?
Nein :-). Fantasy bedeuet ... Magie, Zauberer, Übernatürliches.... zumindest meistens. Und hier sind die Drachen Faktum, biologisch-zoologisches Faktum. Hießen sie nicht Drachen sondern sagenwirmal Aliens, Mutanten etc., wäre es offensichtlicher. Die Drachenreiter-Serie ist tatsächlich eine Science-Fiction-Reihe....

Achtung: Spoiler
In diesem Buch nun ist (Süd)Amerika dran und das Inkareich.... Herrlich! Vorallem auch die anfangs missverständliche Lage der "Sklaven" bei den Inkas :-) und die potentielle Heirat der Inka (ja, eine Frau) mit Napoleon!


SELBER LESEN!!!

Drachengold - ein weiterer Spitzen- (alternativ)historischer SF-Roman! 

und Peter Jackson, der Regisseur von "Der Herr der Ringe" soll die Feuerreiter verfilmen, wunderbar!

(und wunderschöne Cover beim Blanvalet-Verlag)



zu: "Vor Vampiren wird gewarnt" von Charlaine Harris (True Blood)

Anmerkung zu: "Vor Vampiren wird gewarnt" von Charlaine Harris

Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin, musste einiges wegstecken in der letzten Zeit – die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen übernatürlichen Wesen, in die sie verwickelt war, sind nicht leicht zu verkraften. Immerhin ist ihre Beziehung zu dem Vampir Eric anscheinend in eine neue Phase getreten. Doch dann tauchen zwei Vampire aus Erics wechselvoller Vergangenheit auf. Sie sind ein gefährliches Paar. Und sie haben ihre eigenen Pläne, was Sookies Zukunft betrifft. Es sieht ganz so aus, als würde Sookies sehnsüchtiger Wunsch nach ein bisschen Ruhe und Frieden noch lange nicht erfüllt werden.(aus: Inhaltsangabe Amazon)

Okay, dieses Buch ist sicher nicht das Beste der Sookie-Stackhouse-Reihe, zumindest wenn man man es ohne die REIHE bewertete. 
Aber genau das unterscheidet ja ein Reihenbuch von einem singulärem! klar, dieses Buch ist ein bissl kurz und ja, den Plot gibt es so nicht - aber die Einzelplots gehören zu GANZEN Geschichte um Sookie.
Sicher, wäre das nächste Buch schon fertig, wünschte man sich, "Vor Vampiren wird gewarnt" (auf englisch schöner als "Dead in Family" :-)) wäre nur der Anfangsteil eines Megabuches....
Vergleichbar mit der TV-Serie ist dieser Band ein Zwischenband - er erzählt von einer verletzten Sookie, die immerhin im letzten Band schlimm gefoltert wurde. Dass sie sich also diesmal ein wenig anders benimmt, ist nur realistisch.
Und daher alles im Allem tatsächlich mal die Höchste Punkt- / Sternezahl, weil einige meiner Mit-Rezensenten dies scheinbar teilweise völlig falsch verstehen: Charaktere sollten sich in guten Büchern verändern, wenn ihnen weltbewegende Dinge passiert sind. Und - wenn man als Leser schon eine ganze Reihe liest (immerhin jetzt schon 10 Bände), dann muss man auch Geduld und ausreichend Ausdauer haben, um ein Zwischenbuch auszuhalen.
Also: wieder lesenswert.
Das einzige, was mir ein wenig missviel, war wie "schnell" und szenentechnisch nebenbei Alexej der Garaus gemacht wird. War ein potentiell herrrlich interessanter Charakter.