Anmerkungen zu: Drachengold von Naomi Novic
Eine faszinierende neue „All-Age“-Fantasy-Saga voll dramatischer Drachenkämpfe, Magie und großer Gefühle!
Als
die HMS Reliant eine französische Fregatte aufbringt, kann Captain Will
Laurence noch nicht ahnen, wie sehr sich sein Leben bald schon ändern
wird. Denn die Fregatte hat eine höchst kostbare Fracht an Bord: ein
noch nicht voll ausgebrütetes Drachenei, dem schon bald eine jener
sagenhaft mächtigen Flugkreaturen entschlüpfen wird. Will Laurence weiß
um seine Pflicht: Er muss dem Drachen einen Namen geben und so der
lebenslange menschliche Begleiter dieses Geschöpfes werden. Auch wenn
das bedeutet, dass er die Planken seines geliebten Schiffes für immer
verlassen und sich in die Lüfte erheben muss – als ein Feuerreiter
Seiner Majestät …
Drachen zur Zeit der Napoleonischen Kriege? Ein durchaus ungewöhnlicher
Ausgangspunkt für einen Fantasy-Roman. Doch der amerikanischen Autorin
Naomi Novik gelingt es in ihrem Erstlingswerk
Drachenbrut, den
historischen Hintergrund glaubhaft mit einer fesselnden Geschichte zu
verknüpfen, in der die beliebtesten Fabelwesen der Fantasy die
Hauptrolle spielen.
Der englische Marinekapitän Will Laurence
beschlagnahmt eine französische Fregatte auf See. Zu seiner Überraschung
birgt das Schiff eine ungewöhnliche Ladung: ein Drachenei, das noch
dazu kurz vor dem Schlüpfen steht. Laurence schafft es nicht mehr,
seinen Fund rechtzeitig zum Festland zurückzubringen, und der Drache
kommt auf dem Schiff zur Welt. Die besondere Natur der Drachen verlangt
es, dass sie sich auf Lebenszeit an einen Menschen binden, und die Wahl
des Drachenjungen, das auf den Namen Temeraire getauft wird, fällt auf
Laurence.
Der Kapitän ist darüber zunächst wenig begeistert,
denn Drachen sind überaus seltene und wertvolle Geschöpfe, die in der
britischen Luftfahrt, den Feuerreitern seiner Majestät, zu Kriegszwecken
zum Einsatz kommen. Die Bindung des Drachens an Laurence bedeutet, dass
er seine Karriere in der Marine aufgeben und sich den Drachenreitern
anschließen muss -- ein eher sonderbarer Haufen, der in der Gesellschaft
Großbritanniens kein allzu großes Ansehen genießt. Doch Laurence fügt
sich in sein Schicksal, und schon bald entwickelt sich eine enge
Freundschaft zwischen dem Kapitän und dem sprechenden Drachen Temeraire.
Captain Will Laurence und sein Himmelsdrache Temeraire wurden wegen
Verrats nach Australien verbannt. Doch nun bietet ihnen das Britische
Empire die völlige Wiederherstellung ihres Rufs, wenn sie sofort nach
Brasilien aufbrechen, um die portugiesische Königsfamilie vor Napoleons
Verbündeten zu retten. Laurence ist zwar skeptisch, doch welche Wahl hat
er schon? Die Reise nach Rio birgt allerdings unerwartete Gefahren.
Nicht nur werden Temeraire und sein Reiter dort bereits von einem alten
Feind erwartet. Sie geraten außerdem ins Visier des so mächtigen wie
grausamen Inkareichs, das nach der Macht über ganz Südamerika strebt.
(aus: Inhaltsangabe Amazon)
Die Autorin präsentiert uns mit jedem neuem Buch über die
"Feuerreiter Seiner Majestät" (blöde Übersetzung übrigens, im Original
heisst es His Majesties Dragons) einen weiteren Teil ihrer Welt - einer
Welt, die unserer am Anfang des 19. Jahrhunderts so ähnlich ist: Europa
und die Welt in der Zeit der (aus deutscher Sicht so genannten)
Befreiungskriege, Napoleon gegen England etc..
Zunächst ähnlich, denn
abgesehen von den total un-fantasy-mäßigen Drachen (die einfach "da"
sind und wie etwa Pferde oder Gorillas einfach als normaler Teil der
Fauna Voraussetzung sind) ist die Situation zuerst fast so, wie wir es
aus den Geschichtsbüchern kennen.
Aber mit jedem Buch der Reihe, das
uns eine andere Kultur, ein anderes Land, einen anderen Kontinent mit
seinen Völkern, Staaten und vorallem Drachen vorstellt, entfernt sich
der Lauf dieser Geschichte von "der" Geschichte.
(Dass es auch so
schon größere Abweichung gibt, erfährt man erst nach und nach, sodass
etwa die Inkas von Pizarro nicht zerstört wurden, dass ein großes
afrikanisches Königreich entsteht und Lateinamerika angreift etc..).
Übrigens eine Genre-Frage:
Die Drachenreiter sind - natürlich - historische Romane, spielen sie doch während der Napoleonischen Kriege (die, die in Deutschland auch Befreiungskriege heißen). Da sie nicht alles historisch "real" zeigen (und zwar ganz unabhängig von den Drachen), handelt es sich zudem noch um Alternativ-Historische Romane.
Darüberhinaus allerdings sind die Drachenreiter entgegen der Werbung und Erwartung keine Fantasy (!). Jaja, Drachen kommen vor - müssen es dann nicht Fantasy-Produkte sein?
Nein :-). Fantasy bedeuet ... Magie, Zauberer, Übernatürliches.... zumindest meistens. Und hier sind die Drachen Faktum, biologisch-zoologisches Faktum. Hießen sie nicht Drachen sondern sagenwirmal Aliens, Mutanten etc., wäre es offensichtlicher. Die Drachenreiter-Serie ist tatsächlich eine Science-Fiction-Reihe....
Achtung: Spoiler
In
diesem Buch nun ist (Süd)Amerika dran und das Inkareich.... Herrlich!
Vorallem auch die anfangs missverständliche Lage der "Sklaven" bei den
Inkas :-) und die potentielle Heirat der Inka (ja, eine Frau) mit
Napoleon!
SELBER LESEN!!!
Drachengold - ein weiterer Spitzen- (alternativ)historischer SF-Roman!
und Peter Jackson, der Regisseur von "Der Herr der Ringe" soll die Feuerreiter verfilmen, wunderbar!
(und wunderschöne Cover beim Blanvalet-Verlag)